EMDR

EMDR ist die Abkürzung für „Eye Movement Desensitization and Reprocessing“ und heißt auf Deutsch: Desensibilisierung und Neuverarbeitung mit Augenbewegungen.

 

Die genaue Wirkweise von EMDR ist nicht vollständig erforscht. Nach dem momentanen Stand der Forschung, wird davon ausgegangen, dass bei einem Trauma, in der rechten Hirnhälfte Bilder des Erlebten gespeichert werden, während das Sprachzentrum in der linken Hirnhälfte unterdrückt wird. So kann das Erlebte nicht in Worte gefasst werden und somit wird seine Verarbeitung erschwert oder sogar unmöglich gemacht.

 

Im Rahmen einer EMDR-Behandlung werden durch bilaterale Stimulation (Augenbewegungen, taktile oder akustische Reize) beide Hirnhälften aktiviert.

 

So können Zusammenhänge zwischen Erlebnissen hergestellt werden, die bisher nicht bewusst waren, sich aber belastend auswirken können. EMDR hilft, diese Erlebnisse neu zu verarbeiten. Automatisierte Reiz-Reaktions-Muster können verändert und eine Milderung oder Auflösung des Problems erreicht werden.

 

Ebenso können verschüttete Ressourcen freigesetzt werden.

 

Die Anwendung beschränkt sich jedoch nicht auf die Traumatherapie: Mittlerweile wird EMDR auch eingesetzt bei Angststörungen, substanzgebundenen Süchten, psychosomatischen Störungen, Schmerzzuständen und Zwängen.

 

Die Arbeit mit EMDR in der Traumatherapie erfordert viel Verantwortungsbewusstsein. Der Patient durchlebt erneut das traumatische Erlebnis und dies kann, bei falscher Anwendung, das Trauma sogar noch verstärken. Deshalb sollten in schweren Fällen EMDR-Maßnahmen nur von vollausgebildeten Psychotherapeuten, die ausreichend in EMDR geschult sind, durchgeführt werden!

 

EMDR folgt einem standardisierten Ablauf. Dies beinhaltet das Erfassen der Vorgeschichte, die Aufklärung des Patienten/ der Patientin, das Stellen einer Diagnose und das Herausarbeiten der belastenden Erinnerungen, welche verarbeitet werden sollen, mit ihren affektiven, kognitiven und sensorischen Inhalten.

 

Zur Bearbeitung der Erinnerung wird der Patient/die Patientin wiederholt angeleitet, mit der belastenden Erinnerung in Kontakt zu gehen, während gleichzeitig eine bilaterale Stimulation durchgeführt wird.

 

Dies scheint die blockierte Verarbeitung der belastenden Erinnerungen zu aktivieren und ihre zügige Verarbeitung zu ermöglichen.

 

Nach einer erfolgreichen EMDR-Sitzung erleben die meisten Patienten eine entlastende Veränderung der Erinnerung, die damit verbundene körperliche Erregung klingt deutlich ab und negative Gedanken können umformuliert werden.

 

Am Ende einer gesamten EMDR-Therapie sollten vorher belastende Erinnerungen nicht mehr als problematisch erlebt werden.

 

Wenn Sie Interesse an einer EMDR-Behandlung bei mir haben, nehmen Sie gerne Kontakt mit mir auf.