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Traumatherapie

Was ist ein "Trauma"?

Als psychisches, seelisches oder mentales Trauma oder Psychotrauma wird in der Psychologie eine seelische Verletzung bezeichnet. Das Wort Trauma kommt aus dem Griechischen und bedeutet allgemein Verletzung, ohne dabei eine Festlegung zu treffen, wodurch diese hervorgerufen wurde. In der Medizin wird mit dem Begriff Trauma eine körperliche Verwundung bezeichnet, die durch einen Unfall oder eine Gewalteinwirkung hervorgerufen wurde. In der Psychologie bezeichnet man ein Trauma als eine starke psychische Erschütterung, die durch ein traumatisierendes Erlebnis hervorgerufen wurde. Psychische Traumatisierungen spielen eine zentrale Rolle für die Entwicklung psychischer Störungen.

 

Was sind die Folgen?

Ein Trauma stellt immer einen Einschnitt in das Sicherheitserleben und möglicherweise auf die Identität des Menschen dar und kann sehr unterschiedliche Folgen haben, so z. B. immer wiederkehrende Erinnerungen an das traumatische Geschehen in Form von Bildern, Gerüchen, Körpererinnerungen (Flashbacks und Intrusionen), Schmerzen, oder nichts fühlen oder spüren können.
Weil manche traumatische Erfahrungen so überwältigend wirken, gelingt es dem Gehirn nicht diese zu verarbeiten und in das sogenannte biographische Gedächtnis einzufügen. So bleiben die Erinnerungen unverarbeitet gespeichert und werden „immer wieder erlebt“. Häufig entwickeln betroffene Strategien um auftauchende Erinnerungen zu vermeiden und ziehen sich immer weiter zurück. So verselbständigen sich die entwickelten Schutzmechanismen und es können vielfältige Störungen entstehen, wie z. B. die Posttraumatische Belastungsstörung, depressive Störungen, Suchterkrankungen, Angststörungen, Dissoziative Störungen.

 

Wie kann Traumatherapie helfen?

Traumatherapie ist eine spezielle Therapiemethode, mit der traumatische Erfahrungen bearbeitet werden können, um Traumafolgestörungen zu lindern oder zu heilen. Sie umfasst drei Phasen der Behandlung:

Stabilisierung und Distanzierung
In der Phase der Stabilisierung geht es darum, äußere Sicherheit herzustellen, d.h. dafür zu sorgen, dass keine weiteren Traumatisierungen mehr stattfinden. Gleichzeitig können Techniken erlernt werden, die dabei helfen, ein Gefühl von innerer Sicherheit (wieder) herzustellen und auftretende (manchmal heftige) Gefühle zu regulieren. Außerdem können Betroffene lernen, sich von belastenden Erinnerungen vorübergehend zu distanzieren, um diese später bearbeiten zu können. Es geht jedoch auch darum, die eigenen Bewältigungsmuster kennenzulernen, diese zu akzeptieren und eventuell zu verändern. Ein weiterer wichtiger Punkt der Stabilisierungsphase ist, die eigenen Ressourcen zu entdecken, weiterzuentwickeln und (wieder) zu beleben.

In dieser Phase arbeite ich mit Elementen der

  • dialektisch behavioralen Therapie (verhaltenstherapeutischer Ansatz zum Umgang mit Gefühlen, zwischenmenschlichen Konflikten, zum Aufbau des Selbstwertes, der Stresstoleranz und Achtsamkeit)
  • Imaginationsübungen
  • Arbeit mit dem „inneren Kind“

 

Traumakonfrontation
Der Traumakonfrontation wird oft eine sehr große Bedeutung zugeschrieben. Der überwiegende Teil einer Traumabehandlung beinhaltet die Stabilisierung und Distanzierung. Erst wenn die Betroffenen in der Lage sind, sich selbst zu beruhigen und zu trösten, wenn sie fähig sind belastende Gefühle auszuhalten, ohne zu dissoziieren und wenn sie keinen Täterkontakt haben, sollte eine Traumakonfronation durchgeführt werden.
Eine traumatische Erfahrung lässt sich nicht löschen oder ungeschehen machen. Ein Trauma geht nicht weg. Das wichtigste, was die Seele, der Körper und letztlich das Gehirn lernen können, ist: „Es ist vorbei!“. Mit Hilfe der Traumakonfrontation ist es möglich, die Erfahrungen so zu verarbeiten, dass sie kontrollierbar, aushaltbar werden, sich in das biographische Gedächtnis einreihen lassen (i.S. von es war dort und damals und geschieht nicht mehr hier und jetzt) und nicht mehr eine ständige, belastende, überwältigende Erinnerung bleibt, die das ganze Leben beeinflusst und beeinträchtigt.
In dieser Phase arbeite ich mit

 

Trauerarbeit und Neuorientierung
In dieser Phase geht es darum, die eigene Geschichte anzunehmen und zu integrieren. Hier steht oftmals die Trauer über das, was geschehen ist, die Trauer um das was NICHT war sowie Sinnfragen im Vordergrund. Hierfür braucht es oft viel Zeit und Raum. Darüber hinaus ist es wichtig auch für die Neuorientierung noch weitere therapeutische Unterstützung zu haben.